Der deutsche Arbeitsmarkt trotzt bislang der Krise. Durch die Ausweitung der Kurzarbeit konnten große Einbrüche bisher weitgehend verhindert und der Arbeitsmarkt stabilisiert werden. Trotzdem hat die jetzige Situation am Arbeitsmarkt Auswirkungen auf die Rente von Morgen.
Bezieher von Kurzarbeitergeld zahlen weiter Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung - auf der Basis des tatsächlich gezahlten, reduzierten Verdienstes des Beschäftigten. Der Arbeitgeber zahlt aber zusätzlich Beiträge auf der Basis von 80 Prozent des wegen Kurzarbeit ausgefallenen Verdienstes.
Wie sich Kurzarbeit auf die Rente auswirkt, zeigt ein Beispiel: Bei einem Verdienst von 2.400 Euro brutto monatlich sinkt der Verdienst während der Kurzarbeit auf 1.000 Euro. Ein Jahr Kurzarbeit erhöht den Rentenanspruch um rund 21,90 Euro monatlich. Ein Jahr reguläre Beschäftigung dagegen ergibt einen Rentenanspruch von knapp 24,80 Euro monatlich. Der Unterschied beträgt also rund drei Euro im Monat.
Heftigere Auswirkungen hat die einsetzende Massenarbeitlosigkeit in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Galt zuvor die Vollbeschäftigung als möglich, müssen wir uns seit einigen Jahrzehnten mit dem Phänomen abfinden, dass es nicht genug Arbeitsplätze gibt. Das hat natürlich Folgen für die Renten der Generationen, die aus den Jahren mit hoher Arbeitslosigkeit kommen.
Für die jüngeren Jahrgänge 1962 bis 1971, also die heute zwischen 40 –und 50-Jährigen, ist laut einer Studie des Deutsche Instituts für Wirtschaftsforschung zu erwarten, dass die durchschnittlichen Altersrenten von heute zwischen 900 und 1000 Euro auf dann nur noch bis zu 600 Euro im Monat fallen. Noch dramatischer sieht es für die Frauen aus: Für die ab 1951 geborenen Frauen fallen die monatlichen gesetzlichen Renten von heute 800 Euro auf bis zu 500 Euro, d.h. noch unter die Grundsicherung.
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